Orchesterkonzert - Bayerisches Landesjugendorchester (BLJO)

Sonntag, 06.08.2017 20:00 Uhr - Oberstdorf Haus Saal Nebelhorn

Solist: Maximilian Hornung, Violoncello

Leitung: Sebastian Tewinkel

A. Dvorák - Cellokonzert op. 104 h-moll
I. Strawinsky - Le Sacre du printemps

Tickets € 28,- / € 23,-
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BAYERISCHES LANDESJUGENDORCHESTER
Längst hat sich das Bayerische Landesjugendorchester aus dem Dunstkreis landläufiger Nachwuchsorganisationen herausgehoben und zum singulären Förderer musikalischer Spitzenbegabungen gemausert. Ist es dennoch ein Wagnis, Vermessenheit oder gar ahnungslose Arroganz, Literatur, die vor etlichen Jahren für ein Jugendorchester nicht bewältigbar schien, auf die Pulte zu legen?
Das Bayerische Landesjugendorchester (BLJO) hat alle Zweifler eines Besseren belehrt und diese Werke in den letzten Jahren nicht nur achtbar, sondern mit geradezu sensationellem Erfolg in deutschen Konzertsälen präsentiert.
Worin liegt das Geheimnis dieses einmaligen Klangkörpers, den die Presse gerne und immer wieder mit professionellen Orchestern in einem Atemzug nennt?
In seiner nunmehr 42-jährigen Geschichte hat das BLJO das Fürchten gelernt, ist durch alle Höhen und Tiefen der Orchesterliteratur gegangen und weiß, worauf es sich einlässt, wenn es sich an die Giganten des Repertoires heranwagt. Vielleicht liegt es an der jugendlichen Unbekümmertheit, immer hoch hinaus zu wollen, vielleicht liegt es auch am Reiz, Grenzen zu erforschen. Ganz sicher aber unterliegt keiner der jugendlichen Musiker dem Irrtum, Schweres auf die leichte Schulter zu nehmen.
Sie alle wissen, was es bedeutet, ein Instrument bis zur Orchesterreife zu erlernen, sie alle haben sich der Disziplin und dem Leistungsanspruch unterworfen, höchsten Anforderungen zu genügen. Nicht von ungefähr sitzen an führenden Positionen vieler deutscher und ausländischer Kulturorchester ehemalige Mitglieder des BLJOs.
An Intensität des Lernens bleibt den jungen Musikern nichts erspart. Sie werden hart gefordert, ohne einem Drill zu unterliegen. Der Stolz und die Freude über gelungene Konzerte wiegen dafür dann den Verlust der Ferien mehr als auf.
Aber es ist noch etwas anderes, was die Seele dieses Klangkörpers in Schwingungen versetzt: Es ist der menschliche Umgang miteinander und untereinander, und es ist vor allem die fürsorgliche Betreuung durch erfahrene Erwachsene. Sie kennen sowohl die Ängste und Nöte wie auch die euphorischen Glücksgefühle der Jugendlichen. Die „Alten“ wissen was es heißt, sich in den Ferien in Klausur zu begeben und sich einem musikalischen Leistungsanspruch abseits aller schulischen Anforderungen zu stellen.
Die jungen Musiker von 13 bis Anfang 20 Jahre treffen sich drei Mal im Jahr in den Schulferien an Orten, die auf Grund ihres bezahlbaren Angebotes an Unterbringung, Verpflegung und Probenräumen für ein großes Sinfonieorchester oder viele Kammermusikgruppen geeignet sind. Diese Stätten werden von umsichtigen und verständnisvollen Leuten geführt, die immer wieder erkennen, was da an substanzieller Arbeit mit ungeheurer Disziplin vollbracht wird. So ist das BLJO regelmäßig als gern gesehener Gast in der Musikakademie Schloss Weikersheim, die Sommerprojekte finden im südtiroler Städtchen Eppan statt und der Kammermusikkurs mit BLJO-Mitgliedern im oberpfälzischen Amberg.
Auch arrivierte und international renommierte Dirigenten wie beim Jubiläumsprojekt Jonathan Nott oder bei Sonderprojekten mit dem BR-Symphonieorchester Mariss Jansons, Daniel Harding und Péter Eötvös tun ihr Übriges für die Attraktivität dieses Nachwuchsensembles.
Glücklichere Voraussetzungen für künstlerisches Arbeiten sind kaum denkbar, und deshalb beherrscht nicht stolz geschwellte Virtuosenbrust das Klima des Orchesters, sondern Demut vor den großen Werken der abendländischen Musik. Dieser Geist ist in jedem der Konzerte des BLJO spürbar und wirkt auf Musiker wie Publikum gleichermaßen inspirierend und beglückend.
Junge Senkrechtstarter der internationalen Dirigentenszene bekommen durch Vermittlung des Bayerischen Rundfunks den Kontakt zum BLJO. Pietari Inkinen, Robin Ticciati, Andrés Orozco-Estrada, Joseph Wolfe, Sebastian Tewinkel, David Afkham und Simon Gaudenz – das sind nur einige von ihnen, die das Konzertleben von morgen prägen werden. Aber auch so manchem Nachwuchssolisten hat das BLJO den Weg auf das große Konzertpodium geebnet. Zu ihnen gehören u.a. die Geigerinnen Arabella Steinbacher, Veronika Eberle und Alina Pogostkina, die Pianisten Herbert Schuch und Joseph Moog, die Cellisten Sebastian Klinger, Johannes Moser und Maximilian Hornung, der Klarinettist Sebastian Manz oder der Hornist Christoph Eß.
Engagement und Qualität sprechen sich herum, und so ist seit 2004 das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks Pate des BLJO. Neben gemeinsamen Arbeitsphasen und Konzerten mit Chefdirigent Mariss Jansons stehen die Musiker des Symphonieorchesters dem Nachwuchs als Mentoren zur Seite, geben ihnen Impulse für die weitere musikalische Entwicklung.
Durch die Kooperation mit dem Tokio College of Music unternahm das BLJO im Sommer 2016 eine Japanreise, nachdem die Probenphase wie gewohnt in Südtirol stattfand. Konzerte in Hiroshima, Kyoto, Yokohama und Tokio hinterließen einen bleibenden Eindruck bei den jungen Musikern.
Werner Andreas Albert hatte von Anbeginn an 25 Jahre lang die künstlerische Leitung inne. Nun obliegt die Auswahl der Dirigenten, Solisten und Programme dem künstlerischen Beirat, der sich ausschließlich aus erfahrenen Praktikern zusammen setzt, die selbst oft über Jahre hinweg als Dozenten tätig waren und sind. Die organisatorische Leitung des BLJOs übernahm 1991 Andreas Burger, der wie viele der Dozenten selbst einmal Mitglied dieses Orchesters war. Durch diese personelle Kontinuität in den Reihen der Verantwortlichen hat sich eine fast schon familiäre Atmosphäre entwickelt.
Die Arbeitsphasen mit allen logistischen Folgen kosten sehr viel Geld. Deshalb müssen die Eltern der jungen Musiker eine Teilnehmergebühr entrichten, damit diese Maßnahme finanziert werden kann. Unterstützung erfährt das BLJO, das unter der Trägerschaft des Landesausschuss Bayern "Jugend musiziert" e. V. steht, vom Sparkassenverband Bayern. Der Löwenanteil der Ausgaben wird kontinuierlich vom Freistaat Bayern finanziert. Eine Kombination, die harmonisch ineinander greift. Eine ausformulierte Orchesterordnung soll helfen, den Gesamtablauf des Orchesters während der Arbeitsphasen zu regeln und dadurch dem gesteckten Ziel so nahe wie möglich zu kommen: Orchesterordnung!
www.bljo.de

MAXIMILIAN HORNUNG - Violoncello
„…Hornung [ist] von einem anderen Stern. Ein Frühvollendeter, der die Abgebrühtheit
eines Routiniers mit der Unbekümmertheit des Springinsfelds verbindet“ (DIE ZEIT)

Mit bestechender Musikalität, instinktiver Stilsicherheit und musikalischer Reife erobert der Cellist Maximilian Hornung die internationalen Konzertpodien. Für seine erste Sony-CD erhielt er den ECHO Klassik-Preis 2011 als Nachwuchskünstler des Jahres, für die Veröffentlichung von Dvořáks Cellokonzert mit den Bamberger Symphonikern unter der Leitung von Sebastian Tewinkel den ECHO Klassik 2012 für die „Konzerteinspielung des Jahres (19. Jhd. im Fach Cello)“. Im August 2014 gab er sein Debüt bei den Salzburger Festspielen mit dem Philharmonia Orchestra unter Esa-Pekka Salonen und legte im selben Jahr eine CD mit den wichtigsten Cello-Werken von Richard Strauss mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Bernard Haitink sowie eine CD mit den Cellokonzerten von Joseph Haydn und Vaja Azarashvili mit der Kammerakademie Potsdam unter Antonello Manacorda bei Sony Classical vor.

Als Solist konzertiert er mit so renommierten Klangkörpern wie dem London Philharmonic Orchestra, dem Philharmonia Orchestra, dem Tonhalle-Orchester Zürich, der Tschechischen Philharmonie, den Wiener Symphonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und den Bamberger Symphonikern unter Dirigenten wie Daniel Harding, Yannick Nézét-Séguin, Mariss Jansons, Esa-Pekka Salonen, Mario Venzago, Bernard Haitink, Manfred Honeck, Antonello Manacorda, Jiří Bělohlávek, Heinrich Schiff, Jonathan Nott, Yakov Kreizberg, Krzysztof Urbánski, Robin Ticciati und Semyon Bychkov. Zu seinen Kammermusikpartnern zählen Anne-Sophie Mutter, Hélène Grimaud, Christian Tetzlaff, Lisa Batiashvili, François Leleux, Yefim Bronfman, Lars Vogt, Jörg Widmann und Tabea Zimmermann. Er wurde von zahlreichen Festivals eingeladen, darunter Schwetzingen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Rheingau, Luzern, Verbier, Ravinia und Hong Kong, und ist zu Gast auf Podien wie den Philharmonien Berlin, Köln und Essen, dem Wiener Musikverein, dem Concertgebouw Amsterdam und der Londoner Wigmore Hall.

2015/16 spielte er das Brahms Doppelkonzert unter anderem mit Anne-Sophie Mutter und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons sowie mit Lisa Batiashvili und dem London Philharmonic Orchestra unter Yannick Nézét-Séguin. Weiterhin war er zu Gast beim Tonkünstler-Orchester unter Hugh Wolff (Elgar) und beim Berner Symphonieorchester unter Mario Venzago (Herbert Nr. 2) sowie bei der Vancouver Recital Society und gemeinsam mit dem Arcanto Quartett in München und bei den Schwetzinger Festspielen.

Besondere Höhepunkte seiner Saison 2016/17 sind Maximilian Hornung's Orchesterdebüts beim Pittsburgh Symphony Orchestra unter David Zinman (Don Quixote), beim Verdi Orchestra Mailand unter Jader Bignamini (Dvorak), beim NFM Symphony Orchestra Wroclaw unter Mario Venzago (Schumann), bei der NDR Radiophilharmonie Hannover unter Andrew Manze (Brahms Doppelkonzert mit Antje Weithaas) sowie Wiedereinladungen zur Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter Antonello Manacorda (Schostakowitsch Nr. 1) und zum Orchestra della Svizzera Italiana unter Nicholas Collon (Saint-Saëns Nr. 1). Im Herbst 2016 gibt er sein Recital-Debüt in der Londoner Wigmore Hall. Außerdem präsentiert er sich mit einem Querschnitt des Cello-Repertoires als Artist-in-Residence der Neubrandenburger Philharmonie.

Maximilian Hornung geboren 1986 in Augsburg, erhielt mit acht Jahren seinen ersten Cello-Unterricht. Seine Lehrer waren Eldar Issakadze, Thomas Grossenbacher und David Geringas. Nachdem er 2005 als Sieger des Deutschen Musikwettbewerbs hervortrat, gewann er 2007 als Cellist des Tecchler Trios, dem er bis 2011 angehörte, den Ersten Preis beim ARD-Musikwettbewerb. Im Alter von nur 23 Jahren wurde er 1. Solocellist beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und hatte diese Position bis 2013 inne. Zahlreiche Einspielungen entstanden für Sony Classical, Genuin, Bridge Records, Linn, NEOS und CPO. Maximilian Hornung wird vom Freundeskreis der Anne-Sophie Mutter Stiftung und vom Borletti-Buitoni-Trust in London unterstützt und gefördert.
www.maximilianhornung.com

SEBASTIAN TEWINKEL - Dirigent
Der aus Unna in Westfalen stammende Sebastian Tewinkel studierte zunächst Schulmusik mit dem Hauptfach Violine an der Musikhochschule in Hannover. Anschließend absolvierte er ein Künstlerisches Aufbaustudium im Fach Dirigieren bei Thomas Ungar an der Stuttgarter Musikhochschule, das er mit Auszeichnung abschloß und durch Meisterkurse bei Gianluigi Gelmetti und Sir Colin Davis ergänzte.
Nach seinem Studium wurde Sebastian Tewinkel mit dem Stipendium der Herbert-von-Karajan-Stiftung Berlin ausgezeichnet und in das Förderprogramm „Dirigentenforum“ des Deutschen Musikrates aufgenommen. Kurz darauf gewann er gleich zwei wichtige Wettbewerbe: im Jahr 2000 erhielt er den 1. (und einzigen vergebenen) Preis beim Internationalen Dirigierwettbewerb der Stiftung Fundação Oriente in Lissabon und 2001 den Bad Homburger Dirigentenpreis.
Tewinkel stand als Gast für Konzerte, CD- und Rundfunkproduktionen u.a. am Pult der philharmonischen Orchester in Augsburg, Hagen, Halle, Meinigen, Reutlingen und Stuttgart; ausserdem dirigierte er die Radio-Philharmonie Hannover sowie das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart. Nahezu alle deutschen Kammerorchester haben unter seiner Leitung musiziert.
Auch im Ausland ist Sebastian Tewinkel gern gesehen. Er dirigierte das Sinfonieorchester Sofia, das Orquestra Metropolitana Lissabon, das Symphonieorchester Vorarlberg, die Festival Strings Lucerne und das St. Petersburg Philharmonic Orchestra.
Im Bereich des Musiktheaters ist Sebastian Tewinkel ebenfalls erfolgreich. Schon während des Studiums leitete er Verdis „La Traviata“. 2004 folgte ein Aufführung der „Tosca“ von Giacomo Puccini im Freiburger Konzerthaus . Am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen dirigierte er Mozarts „Le Nozze di Figaro“.
2007 leitete er eine Neuproduktion „Fairy Queen“ von Henry Purcell am Landestheater in Bregenz sowie Wagners „Tannhäuser“ am Theater Hagen.
Bis zum Jahr 2009 engagierte sich Tewinkel als Dozent an der Musikhochschule Karlsruhe sowie am Landeskonservatorium in Vorarlberg/Österreich, wo er das dortige Sinfonieorchester betreute. Ausserdem leitete er mit grossem Erfolg das Bayerische Landesjugendorchester sowie sowie mehrmals das Sinfonieorchester der Musikhochschule Trossingen.
Nachdem er 2007 erstmals das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks dirigierte, debutierte Sebastian Tewinkel im folgenden Jahr beim Hamamatsu Philharmonic Orchestra in Japan, dem Iceland Symphony Orchestra, den Bamberger Symphonikern sowie bei den Münchner Philharmonikern,die ihn daraufhin zu weiterer Zusammenarbeit verpflichtet haben.
Von 2002 bis 2013 wirkte Sebastian Tewinkel als Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim. Von 2009 bis 2015 übernahm er in gleicher Funktion die Kammerphilharmonie Graubünden in Chur.
Ab dem Wintersemester 2010/11 ist er ausserdem Professor für Orchesterleitung an der Musikhochschule Trossingen.
2012 erhielt Sebastian Tewinkel den Echo-Klassik für die Sony/BR-Produktion von Cellokonzerten von Dvorak und Saint-Saens mit Maximilian Hornung und den Bamberger Symphonikern.
Die Neubrandenburger Philharmonie hat Tewinkel aus über 100 Bewerbern zu ihrem neuen GMD und Chefdirigenten ab der Saison 2015/16 gewählt.

www.sebastiantewinkel.de